ERR_TOO_MANY_REDIRECTS bedeutet, dass Ihr Browser immer wieder Weiterleitungen folgt, ohne die angeforderte Webseite zu erreichen. Das passiert meist, wenn eine Website Besucher wiederholt zwischen zwei URLs hin- und herleitet, etwa zwischen der HTTP- und der HTTPS-Version derselben Seite.
Das Problem kann auf jeder Website auftreten, auch auf WordPress-Websites, in Onlineshops und bei individuellen Anwendungen.
Wenn Sie die Website besuchen, testen Sie sie zunächst in einem privaten Browserfenster und löschen Sie die Cookies der Website. Wenn Sie die Website betreiben, prüfen Sie, ob Weiterleitungen, SSL-Einstellungen oder die Anwendungskonfiguration Fehler enthalten oder miteinander in Konflikt stehen.
Was verursacht ERR_TOO_MANY_REDIRECTS?
Eine Weiterleitung weist Ihren Browser an, eine andere URL aufzurufen. Eine Website kann Besucher beispielsweise von http://example.com zu https://example.com weiterleiten.
Normalerweise ist das beabsichtigt. Widersprüchliche Regeln können jedoch eine Endlosschleife erzeugen:
HTTP → HTTPS → HTTP → HTTPS
Irgendwann folgt der Browser den Weiterleitungen nicht mehr und zeigt einen Fehler an.
Häufige Ursachen sind:
- Widersprüchliche HTTP- und HTTPS-Weiterleitungen.
- Falsche SSL/TLS-Einstellungen in Cloudflare oder einem anderen Proxy.
- Falsch konfigurierte Website- oder WordPress-URLs.
- Konflikte zwischen Caching-, Sicherheits- oder Weiterleitungs-Plugins.
- Falsche Weiterleitungsregeln auf dem Server.
- Browser-Cookies, die wiederholte Anmeldeweiterleitungen auslösen.
Chrome zeigt häufig ERR_TOO_MANY_REDIRECTS an. Andere Browser melden möglicherweise, dass die Seite nicht ordnungsgemäß weiterleitet.

1. Website im privaten Browsermodus testen
Öffnen Sie die betroffene Website zunächst in einem Inkognito- oder privaten Fenster.
Wenn sie dort normal lädt, könnten Cookies, eine Erweiterung oder browserspezifische Einstellungen die Ursache sein.
Deaktivieren Sie testweise relevante Erweiterungen oder löschen Sie die Cookies der betroffenen Website.
In Chrome können Sie über die Websiteinformationen und -einstellungen die gespeicherten Websitedaten verwalten. Das genaue Menü hängt von der Browserversion ab.
Wenn der Fehler in verschiedenen Browsern und auf verschiedenen Geräten auftritt, liegt die Ursache eher an der Konfiguration der Website als an Ihrem Browser.
Hinweis: Das Löschen von Cookies kann bestimmte sitzungsbedingte Weiterleitungsschleifen beheben, nicht aber widersprüchliche Weiterleitungen auf dem Server.
2. Weiterleitungskette der Website prüfen
Wenn Sie die Website verwalten, ermitteln Sie zunächst, wohin die Weiterleitungen Besucher führen, bevor Sie Konfigurationseinstellungen ändern.
Sie können Weiterleitungen mit den Entwicklertools Ihres Browsers oder dem Befehl curl untersuchen.
Führen Sie auf einem System, auf dem curl installiert ist, folgenden Befehl aus:
curl -IL --max-redirs 10 https://example.com
Ersetzen Sie example.com durch Ihre Domain.
Dabei wird bis zu zehn Weiterleitungen gefolgt, und die Antwort-Header werden angezeigt. Achten Sie auf wiederholte Location-Header, die zwischen denselben URLs hin- und herweisen.
Zum Beispiel:
Location: http://example.com/
Location: https://example.com/
Location: http://example.com/
Das deutet auf einen Konflikt bei der Weiterleitung von HTTP zu HTTPS hin.
Das Ergebnis kann auch Schleifen zwischen Varianten mit www und ohne www sowie Schleifen mit Anmeldeseiten oder abschließenden Schrägstrichen sichtbar machen.
Sobald Sie die wiederholt aufgerufenen URLs ermittelt haben, untersuchen Sie die Konfiguration, die für diese Weiterleitungen verantwortlich ist.
3. SSL/TLS-Einstellungen in Cloudflare prüfen
Bei Cloudflare können Weiterleitungsschleifen auftreten, wenn dessen SSL/TLS-Einstellungen mit den auf dem Ursprungsserver konfigurierten Weiterleitungen in Konflikt stehen.
Ein häufiges Beispiel betrifft den SSL-Modus „Flexible“.
Im Modus „Flexible“ können Besucher Cloudflare über HTTPS erreichen, während Cloudflare sich über HTTP mit dem Ursprungsserver verbindet. Wenn der Ursprungsserver jede HTTP-Anfrage wieder auf HTTPS umleitet, können die Anfragen in einer Schleife landen.
So prüfen Sie das:
- Melden Sie sich bei Cloudflare an.
- Wählen Sie die betroffene Domain aus.
- Öffnen Sie die SSL/TLS-Einstellungen.
- Prüfen Sie den aktuellen Verschlüsselungsmodus.
- Prüfen Sie, ob Ihr Ursprungsserver HTTP-Anfragen an HTTPS weiterleitet.
Wenn der Ursprungsserver über ein gültiges, vertrauenswürdiges TLS-Zertifikat verfügt, ist Full (strict) in der Regel die bevorzugte Einstellung.
Wechseln Sie den Modus nicht unüberlegt. Vergewissern Sie sich, dass der Ursprungsserver HTTPS unterstützt und ein für den angeforderten Hostnamen gültiges Zertifikat bereitstellt.
Prüfen Sie auch die Cloudflare-Weiterleitungsregeln und alle weiteren Einstellungen zur Erzwingung von HTTPS auf mögliche Konflikte.
Falsche HTTPS-Einstellungen können auch Sicherheitswarnungen im Browser auslösen. Diese unterscheiden sich jedoch von Weiterleitungsschleifen. Wenn Ihr Browser eine Zertifikatswarnung anzeigt, finden Sie in unserem Leitfaden zur Behebung des Fehlers „Ihre Verbindung ist nicht privat“ die passenden Schritte zur Fehlerbehebung.
4. ERR_TOO_MANY_REDIRECTS in WordPress beheben
Auf WordPress-Websites können Weiterleitungsschleifen durch falsche Website-Adressen, Plugins oder widersprüchliche HTTPS-Einstellungen entstehen.
WordPress-URL-Einstellungen prüfen
Wenn Sie auf Ihr Dashboard zugreifen können, öffnen Sie:
Einstellungen → Allgemein
Prüfen Sie diese Felder:
- WordPress-Adresse (URL)
- Website-Adresse (URL)
Bei einer typischen WordPress-Installation können beide Folgendes verwenden:
https://example.com
Diese Adressen müssen jedoch nicht immer übereinstimmen. Wenn WordPress in einem Unterverzeichnis installiert ist, können unterschiedliche Werte korrekt sein.
Wenn Sie nicht auf wp-admin zugreifen können, prüfen Sie, ob die folgenden Konstanten in wp-config.php definiert sind:
define( 'WP_HOME', 'https://example.com' );
define( 'WP_SITEURL', 'https://example.com' );
Dies sind Beispieleinstellungen, keine Werte, die Sie ungeprüft für Ihre Installation übernehmen sollten.
Falls die Konstanten bereits vorhanden sind, gleichen Sie sie mit Ihrer tatsächlichen WordPress-Konfiguration ab. Fügen Sie keine doppelten Definitionen hinzu.
WordPress-Plugins prüfen
Wenn der Fehler nach der Installation oder Aktualisierung eines Plugins erstmals aufgetreten ist, prüfen Sie Plugins, die für Folgendes zuständig sind:
- Erzwingung von HTTPS.
- URL-Weiterleitungen.
- Caching.
- Sicherheit oder Anmeldeverwaltung.
Wenn Sie nicht auf das Dashboard zugreifen können, benennen Sie den Ordner des verdächtigen Plugins innerhalb von wp-content/plugins über den Dateimanager oder SFTP vorübergehend um.
Wenn die Website dadurch wieder erreichbar ist, prüfen Sie die Einstellungen des Plugins, bevor Sie den ursprünglichen Ordnernamen wiederherstellen.
Deaktivieren Sie nicht alle Plugins, sofern es zur Eingrenzung des Problems nicht erforderlich ist.
Weiterleitungsschleifen sind nicht die einzigen Probleme, die das ordnungsgemäße Laden einer WordPress-Website verhindern können. Hilfe bei der Diagnose anderer Probleme finden Sie in unserem Leitfaden zu 30 häufigen WordPress-Fehlern und ihrer Behebung.
5. Weiterleitungsregeln in .htaccess oder Nginx prüfen
Auch fehlerhafte Webserverregeln können ERR_TOO_MANY_REDIRECTS verursachen.
Bei Apache-basiertem Hosting können Weiterleitungen in der Datei .htaccess definiert sein. Sie befindet sich häufig im Stammverzeichnis Ihrer Website.
Laden Sie vor der Bearbeitung eine Sicherungskopie herunter.
Suchen Sie nach doppelten oder widersprüchlichen Weiterleitungen von HTTP zu HTTPS sowie nach widersprüchlichen Domain-Weiterleitungen.
Beispielsweise könnte eine Regel HTTPS erzwingen, während eine andere Besucher wieder zu HTTP zurückleitet.
Bei Nginx werden Weiterleitungsregeln in Serverkonfigurationsdateien statt in .htaccess konfiguriert.
Wenn Ihre Website einen Reverse-Proxy verwendet, prüfen Sie außerdem, ob die Anwendung das Protokoll der ursprünglichen Anfrage korrekt erkennt. Andernfalls leitet sie möglicherweise Anfragen wiederholt weiter, weil sie fälschlicherweise annimmt, dass diese HTTP verwenden.
Entfernen Sie nicht sämtliche Rewrite-Regeln und ersetzen Sie keine Konfigurationsdateien, ohne deren Zweck zu verstehen. Andernfalls können bestehende Routen, Sicherheitseinstellungen oder Anwendungen beeinträchtigt werden.
Wenn Ihre Website statt einer Weiterleitungsschleife keine sichere HTTPS-Verbindung herstellen kann, könnten nicht unterstützte TLS-Einstellungen oder die Zertifikatskonfiguration die Ursache sein. Unser Leitfaden zur Behebung von ERR_SSL_VERSION_OR_CIPHER_MISMATCH erklärt, wie Sie diese Probleme untersuchen.
6. Website- und CDN-Caches leeren
Nachdem Sie die zugrunde liegende Weiterleitungskonfiguration korrigiert haben, leeren Sie alle Caches, die noch veraltete Weiterleitungen enthalten könnten.
Je nach Konfiguration können dazu gehören:
- Caching-Plugins der Website.
- Seiten-Caches auf Hosting-Ebene.
- CDN-Caches.
- Browser-Caches und Cookies.
Wenn Sie Cloudflare verwenden, prüfen Sie das entsprechende Cache-Verhalten und leeren Sie den Cache bei Bedarf.
Beachten Sie, dass zwischengespeicherte permanente Weiterleitungen in manchen Browsern bestehen bleiben können. Ein Test in einer neuen Browsersitzung kann daher helfen, die Behebung zu bestätigen.
7. Hosting-Anbieter kontaktieren
Wenn die Website weiterhin ERR_TOO_MANY_REDIRECTS anzeigt, wenden Sie sich mit den gesammelten Informationen an Ihren Hosting-Anbieter.
Nennen Sie die betroffene URL, den Zeitpunkt, zu dem das Problem begonnen hat, ob mehrere Geräte betroffen sind und welche Änderungen an SSL, Plugins, Domains oder der Serverkonfiguration zuletzt vorgenommen wurden.
Stellen Sie nach Möglichkeit auch die mit curl oder den Entwicklertools ermittelte Weiterleitungskette bereit.
Ihr Hosting-Anbieter kann Ihnen helfen, Weiterleitungen zu identifizieren, die auf Webserver- oder Hosting-Infrastrukturebene konfiguriert sind.
So vermeiden Sie Weiterleitungsschleifen
Einige bewährte Vorgehensweisen können das Risiko künftiger Weiterleitungsprobleme verringern:
- Verwenden Sie durchgängig dieselbe bevorzugte Domain und eine einheitliche HTTPS-Konfiguration.
- Vermeiden Sie es, dieselben Weiterleitungen über mehrere voneinander unabhängige Systeme zu erzwingen.
- Überprüfen Sie die Reverse-Proxy- und SSL/TLS-Einstellungen.
- Testen Sie Weiterleitungsregeln, bevor Sie sie in der Produktivumgebung einsetzen.
- Sichern Sie Konfigurationsdateien, bevor Sie Serverregeln ändern.
- Überprüfen Sie Weiterleitungen nach Migrationen oder Änderungen an der CDN-Konfiguration erneut.
Eine Weiterleitung sollte Nutzer zum vorgesehenen Ziel führen und nicht zu einer zuvor aufgerufenen URL zurück.
Häufig gestellte Fragen
ERR_TOO_MANY_REDIRECTS bedeutet, dass Ihr Browser beim Laden einer Webseite auf zu viele Weiterleitungen gestoßen ist. Das passiert meist, wenn widersprüchliche Website-Einstellungen Besucher wiederholt zwischen verschiedenen URLs hin- und herleiten.
Ja, manchmal. Beschädigte oder veraltete Cookies können zu Weiterleitungsschleifen bei Anmeldungen und Sitzungen beitragen. Das Löschen von Cookies behebt jedoch keine fehlerhaften Weiterleitungen, die auf dem Server der Website konfiguriert sind.
Nicht direkt. Der Fehler kann auftreten, wenn sich HTTP- und HTTPS-Weiterleitungseinstellungen widersprechen, insbesondere bei bestimmten CDN- oder Reverse-Proxy-Konfigurationen. Ein ungültiges SSL/TLS-Zertifikat führt normalerweise zu einer anderen Browserwarnung.
Öffnen Sie die Website zunächst im Inkognitomodus. Wenn sie dort funktioniert, löschen Sie die Cookies der betroffenen Website und prüfen Sie Ihre Browsererweiterungen. Tritt der Fehler in mehreren Browsern auf, liegt die Ursache wahrscheinlich in der Konfiguration der Website.
Ja. Weiterleitungsschleifen können jede Website betreffen, auch individuelle Anwendungen und Websites, die auf Apache, Nginx oder Cloud-Hosting-Plattformen betrieben werden. Das Problem ist nicht auf WordPress beschränkt.
Fazit
ERR_TOO_MANY_REDIRECTS tritt auf, wenn ein Browser statt der angeforderten Webseite immer wieder dieselbe Weiterleitungsschleife durchläuft.
Schließen Sie zunächst browserspezifische Probleme aus. Untersuchen Sie dann die Weiterleitungskette und prüfen Sie die HTTPS-Einstellungen, die Anwendungskonfiguration und die Weiterleitungsregeln des Servers.
Bei WordPress-Websites sollten Sie besonders auf die Website-URLs und Plugins achten. Wenn Sie Cloudflare verwenden, prüfen Sie, ob der SSL/TLS-Modus zur Konfiguration des Ursprungsservers passt.
Die widersprüchliche Weiterleitung zu identifizieren, ist der zuverlässigste Weg, den Fehler ohne unnötige Änderungen zu beheben.